Elza Kohlman, geb. 2.10.1889 in Budapest, lebte in Althagen und Werder/H., verstorben am 11.2.1943 in Berlin.
Adressen in Werder: Hoher Weg 77b (damals Hoher Weg 79) und Rosenstraße 54
Elza Kohlman war von Beruf Bakteriologin sie war befreundet mit der Malerin Edla Charlotte Rosenthal und lebte mit ihr zusammen in Althagen (Mecklenburg) und Werder. Nach der Deportation ihrer Lebensgefährtin E. C. Rosenthal im April 1942 musste sie das bislang gemeinsam bewohnte Haus am Hohen Weg verlassen und wohnte danach in der Rosenstraße 54 bei der Familie Behmeleit. Päckchen und Briefen ins Warschauer Getto versuchte sie ihre deportierte Freundin zu unterstützen.
Am 29. Januar 1943 wurde sie in das Jüdische Krankenhaus Berlin eingeliefert, offensichtlich aus Polizeigewahrsam, und ist dort am 11. Februar an Lungenentzündung verstorben. In zwei Briefen an eine langjährige Freundin von Kolhman und Rosenthal schildert Frieda Behmeleit, was passiert ist:
23.1.43 Frl Kohlmann ist am Mittwoch, dem 20.01.1943 morgens von uns aufs Polizeirevier weggegangen und ist von da nicht wieder zurückgekommen. Ich vermute, dass sie möglicherweise das Schicksal ihrer armen Freundin teilt. Wir sind ganz vernichtet von dem allen, denn ich kann nur sagen, dass mir, was Qualität anbetrifft, ein vortrefflicherer Mensch nie begegnet ist.
Ende Januar 1943:
Sehr geehrte Frau Gerresheim, Ihren Brief vom 28.1. erhalten und will ich Ihnen doch schnell mitteilen, was ich selbst weiß. Wie man sich denken kann, hat Frl K. nicht allzu viel Widerstandskraft und ist in Potsdam bald heftig erkrankt. Nun wollte es eine gute Fügung, dass ein mir bekannter Herr sie von Potsdam nach dem jüdischen Krankenhaus in Berlin zu befördern hatte. Das bei 40° Fieber per Bahn und S-Bahn. Dieses schwache Menschenkind!
Elza Kohlman wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin–Weißensee begraben. Seit 2010 liegt in Althagen, Hermann–Abeking– Weg, neben einem »Stolperstein« für Edla Charlotte Rosenthal auch ein Stein für Elza Kohlman.
Quellen: BArch: Gedenkbuch […], R 1509 Ergänzungskarte VZ 1939; Auskunft CJA (17.4.2013); Auskünfte Astrid Beier / Ahrenshoop; Ruth Negendanck, Künstlerkolonie Ahrenshoop. Eine Landschaft für Künstler, Fischerhude 2011, S. 158f.
Astrid Beier, ‚Meine Suche nach Edla Charlotte Rosenthal‘, 2019